Wie funktioniert das Hören?

Äußeres_Ohr_-_Mittelohr_-_InnenohrDas Hören ist eine sehr komplexe Sache. Zunächst trifft der Schall auf die Ohrmuschel. Diese bildet den äußeren Teil des Ohres und ist bei jedem Menschen individuell gestaltet. Ein Ohrabdruck ist zur Identifikation von Menschen also prinzipiell genauso geeignet, wie ein Fingerabdruck. Die Ohrmuschel bündelt die ankommenden Schallwellen und sie gelangen nun in den äußeren Gehörgang. An dessen Ende versetzen sie das Trommelfell in Schwingung. Dieses ist verbunden mit den Gehörknöchelchen Hammer, Ambos und Steigbügel, die die kleinsten Knochen des menschlichen Körpers sind und das Mittelohr bilden. Durch die Schwingung des Trommelfelles geraten auch die Gehörknöchelchen in Schwingung und verstärken den Schallreiz. Der letzte Knochen gibt die Schwingung durch das ovale Fenster weiter an die gelartige Flüssigkeit in der Gehörschnecke (Cochlea), die das Innenohr darstellt. In der Gehörschnecke werden mit Hilfe der winzigen Haarzellen, die mechanischen Reize in elektrische Signale umgewandelt. Diese Impulse aktivieren je nach Frequenz (=Tonhöhe) und Tondauer den Hörnerv (8. Hirnnerv, „Nervus vestibulocochlearis“). Dieser Hörnerv wiederum leitet den Reiz weiter an das Gehirn, in den sogenannten auditorischen oder auditiven Cortex, wo der Höreindruck nach bereits erfolgten unbewussten Verarbeitungen in anderen Hirnbereichen bewusst und im besten Fall auch verstanden wird.

Autorin: Claudia Hilbert am 23.05.2016

Bildnachweis: Geo-Science-International, Äußeres Ohr – Mittelohr – Innenohr, CC BY-SA 4.0

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